Turkmenistan – eine Reise in ein kaum bekanntes Land

Vor etwa 20 Jahren sah ich in eine TV-Dokumentation über den Darvaza-Gaskrater in Turkmenistan. Seit diesem Moment wollte ich das Land irgendwann einmal besuchen, um das mit eigenen Augen zu sehen. Heute ist es soweit. Ich befinde mich am Flughafen Frankfurt im Terminal 2 am Check-in-Schalter von Turkmenistan Airlines. Um meinen Wunschplatz am Fenster zu bekommen, war ich bereits sehr früh angereist. Einen Online-Check-in gibt es nämlich nicht. Und selbst ein Ticket zu kaufen, war nicht ganz so einfach. Man kann nämlich nicht einfach auf deren Webseite gehen und dort mit Kreditkarte bezahlen. Stattdessen kommunizierte ich mit der Firma „Fly by Air“ in Frankfurt per Googlemail-Adresse. Diese ist für Turkmenistan Airlines tätig. Von dort bekam ich die Fluginfos, Preise und schließlich ein deutsches Bankkonto für die Überweisung des Flugtickets mitgeteilt. Nach dem Geldeingang wurde mir dann mein Ticket zugeschickt. Andere Reisende berichten, dass sie in einem türkischen Reisebüro Tickets von Turkmenistan Airlines kaufen konnten.

Bereits vier Stunden vor Abflug öffnet der Check-in. Ich habe Glück und bekomme meinen Fensterplatz auf der rechten Seite. Ich bin sehr gespannt, was mich auf dieser Reise erwarten wird. Man hat schon viel gehört und die Medien die stellen bekanntlich nicht immer alles wie in Wirklichkeit dar. Ich möchte auf dieser Reise herausfinden, wie es in Realität ist.

Pünktlich beginnt das Boarding der Boeing 777-200LR. Meine 2014 gebaute Maschine ist eine der letzten dieser Baureihe. Boeing hatte diese auf Lager und da sie keine andere Airline kaufen wollte, schlug Turkmenistan Airlines zu. Etwas skurril, da die maximal mögliche Reichweite der -200LR bei bis zu 20 Stunden liegt, aber keine Route im Streckennetz der Airline länger als sechs Stunden ist. Lange Zeit war diese Version die mit der größten Reichweite weltweit.

An Bord werde ich von der Crew freundlich begrüßt. Die Kabine ist relativ neu und in gutem Zustand. Die Sitzanordnung 3-3-3 ist heutzutage selten und ungewohnt. Die letzten Reihen haben außen nur mehr zwei Sitze. Dort befindet sich auch mein Platz. Ich bin begeistert von der Beinfreiheit. So viel Platz hatte ich in der Economy noch bei keiner anderen Airline. Fast 25cm Abstand zwischen meinem Knie und dem Vordersitz! Das Entertainment-Programm funktioniert gut. Neben turkmenischen Filmen gibt es auch eine Auswahl an internationalen Filmen, wenn auch nicht so viel wie bei anderen Airlines. Mein Fenster ist glasklar, wie frisch aus der Fabrik. Kein einziger Kratzer, weder außen am richtigen Glas, noch am Plastik innen. So etwas freut einen Hobbyfotografen besonders! Nach dem Pushback erfolgt das Sicherheitsballett und die Crew überprüft noch einmal die Kabine. Ganz nach internationalem Standard. Über die Startbahn West verlassen wir Frankfurt. Ich schalte mein iPhone mit der Überzeugung, die nächsten Tage kein WhatsApp und sonstige Social Media mehr zu haben, in den Flugmodus. Ein seltsames Gefühl.

Nach einer Stunde Flugzeit gibt es den ersten Bordservice, das Abendessen. Die Crew ist sehr nett und das Essen wirklich reichlich. Da könnten sich so einige Airlines eine Scheibe abschneiden. Es gibt Spätzle, Rindergeschnetzeltes und Blaukraut. Dazu eine Semmel mit Wurst-/Käseteller und einen Kuchen als Nachspeise. Die 777-200LR ist heute bis auf den letzten Platz gefüllt. Erster Tag der Osterferien in vielen Bundesländern. Viele Familien nutzen die Airline für einen Flug nach Bangkok oder Peking und steigen in Ashgabat nur um. Ich bin einer der wenigen ausländischen Touristen, die nach Turkmenistan wollen.

  • die Route Map zeigt zwar nicht die richtige geplante Strecke an, aber immerhin die aktuelle Position

Kurz vor der Landung werde ich von der Crew noch einmal erstaunt, denn obwohl die Flugzeit nur etwas mehr als fünf Stunden beträgt, wird noch einmal Essen serviert. Zwar nur ein Schinken-Käse-Sandwich, aber immerhin. Ich bin zum Ende des Fluges nicht mehr hungrig. Das ist heutzutage auch selten geworden.

Dann beginnt der Landeanflug auf die Hauptstadt Turkmenistans. Im Endanflug auf RWY 11L passieren wir die beeindruckend beleuchtete riesige Turkmenbashi Ruhy Moschee. Nach 5:16 berühren wir pünktlich um kurz nach 02.30 Uhr Ortszeit in der Nacht turkmenischen Boden. Der weiße aus Marmor-Elementen bestehende prunkvolle Tower ist in der Landesfarbe grün beleuchtet.

Dann geht es ins Terminal. Auch dieses besteht teilweise aus weißem Marmor und ist überaus prunkvoll gestaltet. Im Jahr 2016 wurde es nach nur dreijähriger Bauzeit eröffnet. Ausgelegt ist es für 14 Millionen Passagiere pro Jahr. Etwas überdimensioniert für die wenigen Flüge. Nur 11 internationale und 16 Inlandsflüge pro Tag zähle ich auf der Ankunftstafel.

Noch vor der Passkontrolle werde ich von meinem Guide Durdy erwartet. Für Touristen ist es Pflicht, ein Programm bei einer turkmenischen Reiseagentur zu buchen. Für die Einreise ist ein sog. Letter of invitation (LOI) vom State Migration Service of Turkmenistan erforderlich. Diesen hat das Reisebüro „Owadan syyahat“, bei dem ich gebucht habe, beantragt. Hier am Flughafen bekomme ich nach der Zahlung von 100 US$ mein Visum in den Pass geklebt. Danach geht es weiter zum Covid-PCR-Test. Dieser ist im gezahlten Betrag bereits inbegriffen. Etwas skurril, im Jahr 2026 einen solchen Test machen zu müssen, aber egal. Anschließend muss ich mich an einem hochmodernen Automaten registrieren. Das heißt, meinen Pass einscannen, Fingerabdrücke abgeben und ein Foto von mir machen. Die letzte Station ist die eigentliche Passkontrolle bei der Polizei. Dann bin ich tatsächlich in Turkmenistan angekommen! Dies ist eines der am wenigsten besuchten Länder der Welt. Offizielle Zahlen gibt es nicht, aber es wird geschätzt, dass letztes Jahr lediglich nur einige tausend oder wenige zehntausend Touristen das Land besucht haben.  Ich fühle mich privilegiert, dazuzugehören.

Da ich kein aufgegebenes Gepäck habe, geht es gleich zu unserem Fahrzeug vor dem Terminal. Von außen ist das Flughafengebäude wirklich beeindruckend. Es besteht aus weißem Marmor und ist einem fliegenden Falken nachempfunden. Abwechselnd leuchtende LED-Lichter suggerieren auf- und abschlagende Flügel des Falken.

Da ich schon sehr müde bin, geht es direkt ins Hotel. Auf der Fahrt zeigt mir Durdy so einige Monumente. Alles blitzblank sauber und beeindruckend beleuchtet. Auch den prunkvollen Präsidentenpalast bekomme ich zu sehen. Gleich hinter dem Olympiastadion mit der größten Pferdekopfskulptur der Welt (Gewicht 600 Tonnen) befindet sich mein Hotel Sport. Da ich normalerweise eher als Backpacker unterwegs bin, bin ich umso mehr von der Qualität dieses 4-Sterne-Hotels erstaunt. Wirklich beeindruckend. Mein Zimmer ist nicht weniger prunkvoll als die Lobby. Und zu meinem größten Erstaunen funktionieren auch mein WhatsApp und die übrigen Social Media über das WLAN des Hotels. Das hätte ich nun wirklich nicht erwartet! Aber nun schnell ins Bett, da es bereits 05.00 Uhr am Morgen ist.

Nach nur drei Stunden Schlaf geht es zum Frühstücksbuffet. Eine gute Auswahl an Speisen und ein volles Restaurant erwarten mich. Viele Turkmenen selbst übernachten hier. Dann treffe ich mich wieder mit Durdy und wir schauen uns Ashgabat an. An jeder Straßenecke werde ich erneut beeindruckt. Die Stadt gilt als die weißeste Marmorstadt der Welt und hat es damit auch ins Guinness-Buch der Weltrekorde geschafft. Riesige Boulevards und Plätze mit goldenen Statuen treffen auf große Bauwerke und Monumente. Alles extrem sauber. Hier hat der Frühling bereits Einzug gehalten und alles erscheint in sattem Grün. Durdy bringt mich auf einen Hügel. Von dort hat man ein tolle Aussicht auf die weiße Stadt mit dem Kopet-Dag-Gebirge direkt am Stadtrand. Diese Gebirgskette bildet eine natürliche Staatsgrenze zum Iran (die Grenze ist lediglich 35km entfernt). Auf dem Hügel, wo wir uns gerade befinden, steht auch der Wedding Palace, das offizielle Standesamt und Hochzeitszentrum. Natürlich aus Marmor und Gold.

  • das Unabhängigkeitsmonument

  • der Hochzeitspalast

Die meisten Bushaltestellen in den Städten des Landes sind klimatisiert. Denn im Sommer kann es bis zu 50°C heiß werden. Da Turkmenistan sehr reich an Bodenschätzen wie z.B. Erdgas ist, sind die Preise für Energie und Strom extrem niedrig. Unser nächster Programmpunkt ist die Festung Old Nisa. Diese ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten des Landes. Old Nisa war eine königliche Festungs- und Palaststadt, gegründet im 3. Jahrhundert v. Chr. Noch heute sind die Lehmwände dieser frühen Hauptstadt zu sehen.

Im Anschluss besichtigen wir die gewaltige Turkmenbashi Ruhy Moschee, welche ich bereits im Landeanflug gesehen hatte. Diese aus weißem Marmor, einer großen goldenen Kuppel und vier 91m hohen Minaretten bestehende Moschee ist eine der größten in Zentralasien und bietet Platz für 10.000 Gläubige.

Dann geht es hinaus in die Wüste Karakum. Gleich am Stadtrand merkt man, dass man die Oase Ashgabat verlässt und sich das Klima ändert. Bevor wir die Hauptstadt endgültig hinter uns lassen, besuchen wir den Altyn Asyr Bazaar, auch Sonntagsmarkt genannt. Auf einem riesigen Areal wird so ziemlich alles zum Verkauf angeboten. Von Teppichen über Babybetten bis hin zu Ziegen und Kamelen.

  • Russian market

  • das Flughafenterminal bei Tageslicht – es ist einem fliegenden Falken nachempfunden

  • turkmenische Hochzeit

  • Altyn Asyr Sonntagsmarkt

Vier Stunden dauert die Autofahrt durch die Karakum-Wüste in Richtung Norden. Die erste Hälfte ist von sehr guter Qualität, man kann 100km/h schnell fahren. Die letzte Hälfte ist nervenaufreibend und kostet viel Zeit. Denn es ist eine heruntergekommene Schlaglochpiste. 2006 wurde sie neu gebaut, doch der strenge Winter (hier kann es bis zu -30°C kalt werden) und der starke Lkw-Verkehr in den Norden nach Uzbekistan haben ihr stark zugesetzt. Unser moderner Toyota Hilux erweist sich als sehr komfortabel. Gefahren wird dort, wo weniger Löcher sind. Oft auch einfach neben der Fahrbahn im Sand.

Am Abend kommen wir beim ersten der drei Darvaza-Krater an. Es ist der Darvaza Wasserkrater mit einem Durchmesser von 50-70m. In den 1970er Jahren war Turkmenistan Teil der Sowjetunion. Damals wurde in dieser Region nach Erdgas gebohrt. Denn das Land hat eine der größten Erdgasreserven der Welt. Doch es kam zu einer Explosion oder einem Kollaps und so entstand dieser massive Krater. Einen Steinwurf entfernt befindet sich ein weiterer. Dieser hat jedoch kein Wasser, sondern Schlamm im Inneren und brennt sogar noch aktiv.

Nach einer weiteren kurzen Offroad-Autofahrt durch den Sand kommen wir dann endlich dort an, wo ich schon seit 20 Jahren hin wollte: am Darvaza Gaskrater!

Als erstes schaue ich mir diesen von einem Aussichtshügel an. Dann wage ich einen Blick hinein, direkt am Rand des Kraters. Ebenso wie die anderen zuvor besichtigten Krater entstand dieser im Jahr 1971 durch Einsturz nach Erdgasbohrungen durch die Sowjets. Infolge dessen strömte Methangas aus. Da man nicht wollte, dass die Gase für die angrenzenden Dörfer gesundheitsschädlich werden, entzündete man diese absichtlich mit dem Glauben, das Gas würde in kurzer Zeit vollständig abbrennen. Doch diese Rechnung ging nicht auf. Seit nun 55 Jahren brennt das Feuer ununterbrochen! Jegliche Versuche, es zu löschen, schlugen fehl. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich der Krater zum Touristenmagnet Nr. 1 im Land. Letztes Jahr versuchte man, das Methangas an anderen Orten weiter entfernt vom Krater gezielt abzuzapfen und so dem Feuer die Quelle zu entziehen. Das gelang jedoch nur bedingt. Noch immer brennt er, allerdings wurde durch diese Maßnahmen das Ausmaß der Flammen deutlich reduziert. Bei meinem Besuch gab es noch zwei größere Flammenherde und drei kleinere.

Zum Sonnenuntergang gibt es im nahe dem Krater gelegenen Yurten-Camp ein leckeres BBQ.

Gerade als ich nach dem Essen zu Fuß in der Dunkelheit zum Krater aufbreche, nähert sich eine äußerst massive Gewitterzelle mit rasanter Geschwindigkeit. Da es hier kein Internet gibt, konnte ich die Zelle nicht kommen sehen. Mit einem mächtigen Sandsturm werde ich mitten in der Wüste in der Dunkelheit überrascht. Sofort laufe ich zurück zum Camp und habe Glück, dieses rechtzeitig zu erreichen, ehe die Hölle über mir hereinbricht. So etwas hätte ich mir hier in der Wüste nicht im Traum vorstellen können! Nach etwa 30min ist die Zelle durch und es hört auf zu regnen. Nun möchte ich aber schnell zum Krater, um Fotos zu machen. Vom Aussichtshügel bietet sich mir ein atemberaubender Ausblick auf den lodernden Feuerkrater und das im Hintergrund abziehende Gewitter mit zahlreichen in den Boden einschlagenden Blitzen. Was für ein Spektakel! Diese Szenerie unterstreicht den Spitznamen des Kraters nur zu gut: „Door to Hell“!

Die Betten in meiner Yurte sind bequem und die Nacht über schlafe ich wirklich gut. Nach dem Frühstück am nächsten Tag fahre ich mit Durdy zurück nach Ashgabat. Unterwegs tanken wir auf. Der Sprit ist hier extrem billig. Ein Liter Benzin kostet nur 1,50 Manat (0,36€ nach offiziellem Wechselkurs) und jede Tankstelle weist den gleichen Preis aus.

Am Stadtrand der Hauptstadt steht erst einmal Autowaschen auf dem Programm. Denn nur saubere Autos dürfen in die Stadt hineinfahren. Wird man mit einem dreckigen Auto erwischt, muss man Strafe bezahlen.

Dann steht der Besuch eines Pferdegestüts auf dem Programm. Es gehört dem Chef der Reiseagentur. Die Achal-Tekkiner ist eine der ältesten Pferderassen der Welt und stammt aus der Region rund um die Karakum-Wüste. Mit ihrer schlanken und eleganten Statur sind diese schönen Pferde der Nationalstolz der Turkmenen.

Am verbleibenden Nachmittag besichtigen wir das Nationalmuseum, das Neutralitäts-Monument sowie das Unabhängigkeitsmonument und ich fahre eine Runde mit dem Alem Ferris Wheel, dem größten Riesenrad der Welt in einem geschlossenen Gebäude. 24 Kabinen können bis zu 192 Personen auf gut 47m Höhe befördern. Wirklich außergewöhnlich.

  • das Nationalmuseum

  • zwei Führerinnen im Nationalmuseum

  • Präsidentenporträt im Nationalmuseum

  • verschiedene archäologische Sammlungen im Nationalmuseum

  • Jugendgruppe vor dem Neutralitätsmonument

  • das Ferris Wheel – das größte Indoor-Riesenrad der Welt

  • das Fahrraddenkmal in Ashgabat

  • der Fernsehturm ist das größte sternförmige Gebäude der Welt. Davor sieht man das Magtymguly Monument

  • ein riesiges Thermometer in Ashgabat

  • das Erdbebendenkmal in Ashgabat

  • mein Hotel Sport in Ashgabat

An meinem letzten Tag in Turkmenistan besichtigen wir die Ruine der alten Seyit Jemaleddin Moschee aus dem 15. Jhd. Sie war ursprünglich reich verziert mit türkis-blauen Fliesen, wurde aber leider beim großen Erdbeben von Ashgabat im Jahr 1948 zum Großteil zerstört.

  • Blick von meinem Hotelfenster auf die Marmorstadt

  • das Olympiastadion – natürlich auch aus Marmor

  • Seyit Jemaleddin Moschee

  • Turkmenen neben der Moschee in einem Gemeinschaftsraum

Dann fahren wir auf der großen neuen dreispurigen Autobahn nach Osten. Der Belag ist hervorragend, wir können 120km/h fahren.

  • auf der Landstraße bei Mary

Nach gut viereinhalb Stunden Fahrt durch die Wüste kommen wir in der historischen Oasenstadt Merv an. Diese gehört zu den bedeutendsten archäologischen Orten Zentralasiens. Die Oasenstadt lag an der Seidenstraße und bestand aus mehreren aufeinanderfolgenden Städten über Jahrtausende. Die älteste Stadt Erk Kala, gegründet im 6. Jhd. v. Chr., war umgeben von zwei massiven Stadtmauern. Sultan Kala aus dem Mittelalter wurde zu einer der größten Städte der Welt mit bis zu 500.000 Einwohnern und war sogar von drei Stadtmauerringen geschützt. Das großes Harem-Gebäude aus Lehm und das große Soltan Sanjar Mausoleum beeindrucken noch heute.

  • das alte Harem-Gebäude aus Lehm

  • das Soltan Sanjar Mausoleum mit einer der alten Stadtmauern davor

  • Askhab Mausoleum

  • eine der alten Stadtmauern der alten Stadt

  • turkmenische Touristen in der alten Lehmstadt Erk Kala

  • Kepte Khana Moschee

  • turkmenische Männer vor dem Soltan Sanjar Mausoleum

Die Zeit reicht noch, um in der nahe gelegenen Stadt Mary eine kurze Sightseeing-Runde durch die Stadt zu drehen und einen Happen in einem Familienrestaurant zu essen. Die Turkmenen sind äußerst gastfreundlich und aufgeschlossen. Ich bin sehr positiv überrascht. Auf der Fahrt zum Flughafen zeigt mir Durdy auch eine voll aufgerüstete MiG-19 auf einem Sockel. Sie steht vor dem Gelände einer ehemaligen sowjetischen Ausbildungsstätte für Soldaten.

  • orthodoxe Kirche in Mary

  • MiG-19

  • Moschee in Mary

Am Flughafen checken wir für unseren Flug zurück nach Ashgabat ein. Der Flughafen ist klein, funktional. Auch wenn er „Mary International Airport“ heißt, gibt es hier nur zwei bis drei Inlandsflüge pro Tag. Nicht gerade viel. Hier ist es verboten, am Flughafen oder während eines Fluges betrunken zu sein. So etwas würde ich mir auch manchmal in Europa wünschen… Durdy erzählt mir, dass ein Flug nach Ashgabat 180 Manat (43€ nach offiziellem Wechselkurs) kosten würde, ein Taxi aber 300 Manat (73€) pro Person! Fliegen ist also deutlich günstiger als Taxifahren.

Um 20.00 Uhr geht es zu Fuß weit über das Vorfeld zur etwas weiter entfernt geparkten Turkmenistan Airlines 737-700. Die Crew ist wieder sehr nett, die Kabine gut in Schuss, internationaler Standard. Die Flugzeit in die Hauptstadt beträgt lediglich 42 Minuten. Trotzdem gibt es ein Croissant und ein Getränk. Im Landeanflug auf die RWY 29R zeigt sich mir ein beeindruckendes Panorama der überaus üppig beleuchteten Hauptstadt. In Ashgabat angekommen verabschiede ich mich von Durdy. Er fliegt gleich weiter in den Norden, wo er eine andere Touristengruppe, übernehmen wird. Ich fahre mit meinem Fahrer in die Stadt, mache noch ein paar Nachtaufnahmen und gehe dann zum Hotel Sport.

  • Mary aus der Luft gesehen

  • das prunkvolle Terminal des internationalen Flughafens in Ashgabat

  • das Unabhängigkeitsdenkmal in Ashgabat

  • das Neutralitätsmonument in Ashgabat

  • das Olympiastadion Ashgabat, beleuchtet in der Nationalfarbe grün

Am nächsten Morgen geht es erneut zum Flughafen, diesmal für meine Rückreise nach Deutschland. Vier Stunden vor meinem Abflug nach Frankfurt komme ich am Terminal an. Es sind kaum Leute unterwegs, alles wie ausgestorben. Am Check-in steht keiner an. Zwei besetzte Schalter ohne Passagiere. So habe ich keinerlei. Mit dem Englisch gibt es ein paar Schwierigkeiten bei der Sitzplatzwahl. Doch ein hinzugekommener deutsch sprechender turkmenischer Passagier mischt sich ein und übersetzt für mich. Sehr hilfsbereit. Die Ausreise erfolgt auch wieder zuerst am hochmodernen automatischen Terminal mit Fingerabdrücken, Passscan und Foto, dann an der Ausreisebox selbst. Da ich nun noch satte drei Stunden bis zu meinem Flug habe, schaue ich mir das Terminal nochmal genau an. Am anderen Ende, fern von den Gates mit den gerade laufenden Abflügen, ist kein Mensch mehr. Es ist totenstill. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt. Ich suche mir einen Liegestuhl und genieße die ruhige Atmosphäre, während ich aufs Vorfeld hinausschaue.

Dann beginnt das Boarding für meinen Flug. Diesmal habe ich eine Boeing 777-300ER. Nur etwa gut die Hälfte der Sitzplätze sind heute belegt. Ich habe eine ganze Reihe für mich alleine. Wieder ist das Fenster glasklar, kein einziger Kratzer. Diese Kabine ist noch neuer als die beim Hinflug. Diesmal in einer 3-4-3 Bestuhlung, wie man es üblicherweise von der Boeing 777 gewohnt ist. Auch die Bildschirme sind noch besser und größer. Wirklich nicht schlecht.

Fast pünktlich um 13.34 Uhr starten wir auf RWY 29R. Während wir über die trockene Wüstenlandschaft im Westen Turkmenistans fliegen, wird das Mittagessen serviert. Wieder eine üppige und vor allem geschmacklich sehr gute Mahlzeit.

Vor der Landung in Frankfurt gibt es noch einen Snack. Nach 5:38 landen wir ein paar Minuten vor der geplanten Zeit auf der RWY 07R.

Ich durfte Turkmenistan als sehr freundliches Land erfahren. Die Turkmenen waren mir gegenüber sehr aufgeschlossen, nett und hilfsbereit. Als Tourist ist man immer noch ein Exot im Land. Meistens war ich der einzige Besucher bei den Sehenswürdigkeiten. Das hat mir sehr gut gefallen. Da es kaum Kriminalität im Land gibt, habe ich mich sehr sicher gefühlt. Ashgabat zeigte sich als sehr saubere gut organisierte Hauptstadt mit beeindruckenden Bauwerken und Monumenten. Ich bin mir sicher, dass ich irgendwann einmal wieder nach Turkmenistan reisen werde. Das Land hat noch viel mehr zu bieten als die wenigen Orte, die ich in den drei Tagen besuchen konnte. Und für die Anreise werde ich sicher wieder Turkmenistan Airlines wählen. Deren Produkt hat mich definitiv überzeugt.